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Tour du Nord II: Der Abschluss


In Karagasniemi fanden wir einen Campingplatz wieder nach unserem Geschmack: Einfache Hütten und beste Infrastruktur für alle: sehr ansprechendes Küchen- und Waschhaus und gemütliche Kahvila in der Rezeption.



Im Gegensatz zu den letzten Plätzen waren hier auch wieder schöne Plätze für Zelte. Das war zuletzt nicht mehr so, weshalb wir auch vorgebucht hatten. Während es im Süden fast immer ausgewiesene Zeltwiesen gab, war hier häufig alles durcheinder und man hätte sein Zelt irgendwo zwischen Wohnwagen klemmen müssen - oder es gab ohnehin nur Mökkis. 


Das schlimmste aber war die Vermüllung, die ganze Areale für Zeltler unattraktiv macht. Vielleicht als Folge des vielen Platzes wegen der geringen Bevölkerungsdichte bleibt alles, was man nicht mehr braucht, einfach liegen bzw. wird gestapelt. Selbst auf dem Platz mit den Edelmökkis bot sich dieses Bild:




In Inari, einem insgesamt gepflegten Platz lagen am Weg zu den teuren Mökkis ein rostender Tank, ein verrottendes altes Klohaus , kaputte Boote, viele alte Möbel und anderer Kruscht. Das gleiche Bild von der Straße aus: wenn man, was selten ist, Einsicht in ein Wohnareal hat, liegt rundherum altes Zeug herum. Auch verlassene Häuser (alleinstehend oder neben Neubauten auf demselben Grundstück) verfallen und werden nicht beseitigt. Diese unschönen Bilder beeinflussen den wunderbaren Gesamteindruck der Landschaft aber nicht, sind doch die Entfernungen zwischen den Grundstücken sehr groß. Auf Campingplätzen ist das anders. Dieses grundsätzliche Problem war eines des nördlichen Lapplands.


Schwierig war auch das Auffinden der Bushaltestelle: Kein Schild, kein Hinweis. Erst Befragungen ergaben den Ort.



Er hielt tatsächlich hier vor den komischen Kisten.


Die Busse transportieren Räder, man muss sie vorher anmelden. Es gibt lange Pausen, in denen Kaffee und Klogang erledigt werden können. 



Halt in Ivalo mit Blick in das Gepäckfach mit unseren liegenden Rädern


Die 7stündige Fahrt führte uns an vielen alten "Bekannten" vorbei; so der Einsatzstelle zur Bootstour mit Mareike und Anke. Leider rollte der Bus für ein Foto zu schnell vorbei.


Drei Nächte in Rovaniemi ohne Pläne(!) - waren zum Abschalten sehr erholsam, genauso wie der Nachtzug nach Helsinki. Auch das Einchecken in die Fähre klappte gut, wenngleich präzise Auskünfte über das eigentliche Verladen' bei der Finnline ausbaufähig sind. Mit den Rädern und dem Gepäck bleibt immer eine große Spannung, bis man wirklich drin ist. 


Zum Schluss noch zu der Hauptfrage: Mücken in Lappland: Es gab sie, dieses Jahr wegen des zu kühlen und später eingesetzten Sommers in erträglichen Mengen, die Flasche Autan haben wir nicht aufgebraucht: Sie tauchen an bestimmten Orten auf, sind also nicht überall, sicher auch wetterabhängig. Auf dem Rad stören viel eher die großen, wie Bienen aussehenden Rentierbremsen. 


Unsere liebe Not hatten wir immer wieder mit den unterschiedlichen Schließsystemen - langes Ausprobieren, ehe wir die Türen z.B. zu den Mökkis öffnen konnten und ängstliches Ausprobieren, dass man dann auch rein und raus kam.


Das sind Bagatellen gegenüber dem Gesamtresümee: es war eine wunderschöne, beeindruckende und erlebnisreiche Tour - sicher auch mit Höhen und Tiefen im Alltags-Klein Klein, aber wir haben unser Ziel ohne Sturz oder Panne erreicht. Und dafür sind wir sehr dankbar!