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Tour du Nord II: Etappe 3 Lappland II Utsjoki - Karigasniemi

Gibt es noch Steigerungen von den bisher als schönste und beeindruckenste gelobte Strecke? Ja! Das bringt die Süd-Nordrichtung in Finnland mit sich, v.a. für Lapplandbegeisterte. Einsamkeit, Wildnis, weite Landschaften. 0,8 Einwohner pro qkm unterstützt diese Eindrücke. 






Der Baumbewuchs ändert sich: niedrige, buschig wachsende Birken, aus denen ab und zu Kiefern herausragen. Auf der Wasserscheide der Einzugsgebiete des Utsjoki und des Inarisees können wir plötzlich schneebedeckte Berge in Norwegen sehen, da die Baumgrenze den Blick freigibt.




Mit Mökkis erlebt man auch Lustiges: Für diese Hütte bekamen wir per Telefon einen Code, mit dem wir einen Schlüsselkasten öffnen konnten - die Besitzer wohnen in Helsinki. Die Mökkis lagen total verstreut in einer Wildnis am Hang, schwierig auf Trampelpfaden zu erreichen, aber mit herrlichem Blick "von oben".





Auf ebenfalls sehr schmalen Pfaden sollte man diese Luxustrockenaborte erreichen... ,Wasser gab es an einer Wasserzapfstelle per Eimer mit Schöpfkelle.



Hier wie fast überall in Nordlappland wird in Supermökkis investiert, mit WC, Dusche, Küche und Sauna. Wer es einfacher will, wird bestraft, denn die allgemeine Infrastruktur wird vernachlässigt. Das ursprüngliche Waschhaus war abgeschlossen, die Sommerküchen waren verfallen, die Wasserzapfstellenhütte halb verrottet. Mit diesen Situationen umzugehen, sich jeden Tag auf Neues einzulassen, ist wichtiger Bestandteil einer solchen Fahrt.



Und dann hat sie uns wieder: die E75. Vor 2J. haben wir die Fahrt wegen des starken Verkehrs auf ihr - allerdings viel weiter südlich - abgeschlossen. Hier, kurz vor ihrem Ende gibt es kaum Autos oder LKW's, es ist eine wunderbar einsame Straße.


Interessant ist auch dieses Warnschild, das wir sehr häufig sehen. Neben der Aufforderung, Rücksicht auf Rentiere zu nehmen, zeigt es anschaulich, w i e groß Lappland ist. In Kemi war die Frau des Campings irgendwie nicht begeistert, auf meine Frage hin "zugeben" zu müssen, bereits zu Lappland zu gehören.




 Kurz vor Utsjoki stoßen wir auf ein "Kirchenhüttendorf". Im 18. und 19. Jhdrt. hat man hier Gläubige untergebracht, wenn sie einen Gottesdienst besuchen wollten, denn sie kamen großteils von sehr weit her.






Utsjoki ist die nördlichste Kommune der EU, die 1993 erbaute Brücke über den Tenojoki trennt Finnland und Norwegen, die EU von der Nicht-EU. Hier ist der größte Teil der Bevölkerung (90%) von insgesamt 1300 Einwohnern samischen Ursprungs. In der Schule, die in Finnland wieder begonnen hat, sahen wir Lehrerinnen in der wunderschön bunten samischen Bekleidung.



Das Zentrum wirkte gegenüber Zentren in anderen Gemeinden, städtisch (Walter), genauso trostlos (Ursula)





Vor der Brücke geht es dann südwärts in ds Tenotal, dem von vielen Seiten als schönste Straße gepriesene. Und alle haben recht!!






Das Tenotal wird der schönste und anstrengenste Teil der Fahrt. Aber Schönheit hat ihren Preis!










Unsere nächste Übernachtungsmöglichkeit bot ausschließlich Mökkis mit allem Drum und dran an, wir haben mit großer Lust die Sauna genutzt, denn ihr Vorhandensein erforderte keine Entscheidung unsererseits. Lustig war auch der Zugang: Das Schild "Tenon Tunturi Tupat" haben wir gut gefunden, eine Frau begrüßte uns freundlich. Nach den Formalitäten stieg sie in ein Auto und wies uns per Zeichensprache ihr zu folgen. Am nächsten Parkplatz gab es dann eine Zufahrt zu unserer Traummökki. Welch ein Blick - dieses Mal die schneebedeckten, norwegischen Berge aus der Nähe.




Der nächste Tag ist ein Geschenk: er beginnt zwar mit nur 8 Grad, entwickelt sich aber zu einem herrlichen Sommertag. Wir können nochmal Freilandkaffee trinken und Ursula kann ihren geliebten Kurzschlaf in Moos und Beerengestrüpp machen.







U n d wir können von der nächsten Mökki im Tenojoki baden - zugegeben: sehr kurz und knackig. 





Die letzte Etappe führt uns nach Karigasniemi, von woaus wir den Bus nach Rovaniemi nehmen werden.




Ein Schluss folgt noch.