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Tour du Nord II: Etappe 3 Lappland I Pokka - Inari

Die Straße hat ab jetzt wieder festen Untergrund und wir können eine der schönsten Streckenabschnitte vom Rad aus genießen. Das Rad bietet die gute Möglichkeit, die unterschiedlichen Eindrücke der ständig wechselnden Landschaften in sich aufzunehmen, gleichzeitig aber auch vorwärts zu kommen (Tacho bei 1677).









Überquerung des jungen Ivaloflusses, in dem wir vor zwei Jahren bei Ivalo gebadet haben. Daran ist bei frischen 12 bis 15 Grad im Moment nicht zu denken.








Rentiere gehören schon zum Alltag. Vielleicht gerade auf dieser Straße, weil Ivalomatti eine der Trennstationen ist. Die Rens sind im Sommer frei auf den Fjellen, schon der blutsaugenden Insekten in den Tälern wegen, die den Tieren sehr zu schaffen machen und sie wegen des Stresses auch ernsthaft gefährden können. Ab November werden die Tiere zusammengetrieben und nach ihren Besitzern getrennt, die sich dann um die Züchtung kümmern. 


Durch einen im 19.Jhdrt. eingewanderten Samenstamm wurden die im Lemmijokigebiet noch freilebenden Rentiere ausgerottet und durch halbzahme, genetisch ähnliche Tiere, die sie mitgebracht hatten, ersetzt. In anderen Samenregionen hatte dieser Vorgang schon viel früher eingesetzt.



















35 km vor Inari ist eine Zufahrt zum Lemmenjoki-Nationalpark, dem größten Finnlands. Wir bleiben 4(!) Nächte in Valkeaporo, dem finnischten aller Plätze für uns bisher. So haben wir unsere wilden Zeltplätze von unseren Paddeltouren am stärksten in Erinnerung und man hört hier wegen der sehr geringen Belegung die Stille.







So fahren wir drei Mal die jeweils 9 km lange Strecke hin und zurück nach Lemmenjoki, wo es uns vom Umfeld her überhaupt nicht gefallen hätte: 1. Erkundung, 2. kurze Wandernug, 3. Bootsfahrt zu den Ravada-Wasserfällen.


Die Straße ist auch sehr schön, enthält allerdings die meisten Höhenmeter im Verhältnis zu der Entfernung.




Und so kann es auf einer solchen Tour auch gehen: Der Fresskorb war so gut wie leer. In Valkeaporo gab es gar nichts, genauso wie in den letzten beiden Unterkünften. Wir hatten zwar für 3 Tage eingekauft, aber damit gerechnet, abends vor Ort etwas zu essen zu finden. Nach Inari zum Einkaufen war es zu weit. Es half ein glücklicher Zufall: In Lemmenjoki kamen wir beim Lounas (Mittagstisch) ins Gespräch mit einem Ehepaar aus Ingolstadt, die uns spontan helfen wollten und uns anboten, mit uns nach Inari zu fahren. Sie wollten, wenn sie schon nochmal in Inari sind, die berühmte Wildniskirche besichtigen, zu der man ein ganzes Stück laufen muss. So hatten wir genügend Zeit für einen Großeinkauf und für eine weitere sehr nette Begegnung, in der "Galeria&Caf'e". Die sehr nette und aufgeschlossene Besitzerin gestaltet Bilder aus Wolle, indem sie in eine "Platte" aus Wolle verschiedenfarbige, teils unversponnene Wolle mit unterschiedlich dicken Nadeln einsticht. Alles klar??





Und die bisher besten Pullas hatte sie auch - und sie hat bei einer Freundin nützliche Hinweise für unsere Weiterfahrt eingeholt. Diese Freundin treffen wir zufällig drei Tage später nach unserer Weiterfahrt im Cafe und sie lädt uns zum Kaffee ein, da sie im Tenotal, das wir durchfahren wollen, wohnt. 


Die Wanderung im Nationalpark Lemmenjoki führt uns wieder durch nordischen Urwald und auf einem Möränenrücken können wir die Spuren der Eiszeit studieren: Ab 10.000 v.Chr. wurde zunächst durch das Aufbrechen des Inlandeises der Erdboden geformt und beim Abschmelzen des Eises wurde durch fließendes Wasser Bodenmaterial bewegt und sortiert. Es entstand eine Oberfläche, die man heute noch sehen kann, z.B. Moränenlandschaften.




Das Wetter verhält sich hier wie in Mitteleuropa im klassischen April: von regenbedrohender Bewölkung geht es in kürzester Zeit über in einen angenehmen Sommerabend:



 Ihm folgt eine klare Nacht, später mit Nebel. Aufnahme nachts 2.30 bei 3(!) Grad




Am folgenden Tag geht es zu den Ravada-Wasserfällen. Wir haben 1 1/2 Stunden Zeit (die anderen fahren weiter zu den Goldgräberstätten) und können während eines Spazierganges den Wf auch von oben anschauen:












Aber auch der Lemmenfluss selber begeistert uns, es werden auch souverän zwei Stromschnellen durchfahren. Es gibt Sand- und Riedgrasufer, deren Anblick uns natürlich an unsere früheren Bootstouren erinnern:






Der Abschied von Lemmonjoki/Valkeaporo fällt uns schwer, aber für eine Kurztour von 40 km nach Inari ruft die Straße.


Wieder wechseln sich große und kleine Gewässer, Sumpfgebiete, typisch nordische Baumbestände mit beeindruckenden Ausblicken auf die Tunturis ab. Die folgenden Bilder entstanden innerhalb weniger Km







Auf der Fahrt machen wir wieder einen Rückblick nach 1993, mit Mareike und Anke durchfuhren wir auf der Lapplandbootstour auch den Riitakoski








Er wird nachdenklich darüber, wie wir das damals mit den Jungen gemeistert haben.




In Inari beenden wir die 1. Teil der Lapplandtour, den "Pflichtteil", dem die "Kür" folgen soll.
















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